Ausführlicher Testbericht
Willkommen zum nächsten Testbericht! Dieses Mal habe ich mir die Mingtawn AI-Brille angesehen. Für einen Preis von 169 € verspricht sie smarte Funktionen für den Alltag. Da ich mittlerweile einige KI-Brillen auf der Nase hatte, zeige ich euch hier ungeschönt, ob sich das Schnäppchen lohnt oder ob man am falschen Ende spart.
Akku und Tragekomfort
Optisch kommt die Mingtawn ziemlich sportlich daher. Laut den Amazon-Spezifikationen ist sie mit 35g extrem leicht und verfügt über einen 270-mAh-Akku. Sobald man sie jedoch in die Hand nimmt, merkt man den niedrigen Preis: Die Verarbeitungsqualität ist eher schlecht und das Gehäuse besteht aus günstigstem Plastik. Zwar funktionieren die Knöpfe und lassen sich alle zufriedenstellend drücken, aber es fühlt sich beim Tragen einfach nicht besonders hochwertig an.
Bildeindruck
Hier können wir uns kurz fassen: Die Mingtawn besitzt kein integriertes Display. Sie setzt stattdessen rein auf Audio- und Kamera-Feedback in Kombination mit dem Smartphone.
Software
Die Brille verbindet sich per Bluetooth mit dem Smartphone, wo die eigentliche KI-App läuft.
- Das Positive: Das Stellen von Fragen, auch bezogen auf die Umgebung (durch die Kamera), funktioniert eigentlich ganz gut. Da die dahinterliegenden KI-Modelle mittlerweile sehr fähig sind, liefert auch die Brille hier ordentliche Antworten.
- Das Negative: Die App selbst empfinde ich als ein bisschen unübersichtlich. Ich finde, das ist auch eine der schwächeren Apps auf jeden Fall.
Sound
Laut Datenblatt besitzt die Brille Open-Ear-Lautsprecher und ENC-Dualmikrofone. Die Brille hat speziell zur Seite geneigte Bügel, weshalb ich anfangs dachte, dass das Audio dadurch vielleicht besonders gut sein könnte. Die Realität sieht leider anders aus: Der Sound ist tatsächlich besonders schlecht. Wer hier auch nur annehmbaren Klang erwartet, wird enttäuscht sein.
Kamera

Das Amazon-Datenblatt verspricht eine 4K HD 8MP Kamera mit Anti-Verwacklungs-Technologie. In der Praxis offenbaren sich jedoch enorme Schwächen:
- Stabilisierung: Die Kamera hat doch eine recht schlechte Stabilisierung.
- Bildqualität: Das Material wirkt stark verwaschen und ist auch irgendwie komisch gecroppt.
- Fokus: Der Fokus ist auch ein bisschen weird. Er ist nicht auf komplette Entfernung, aber auch nicht komplett nah, er ist irgendwo in der Mitte. Das verstärkt den Eindruck, dass alles irgendwie verwaschen wirkt.
Selbst wenn man die Mingtawn nur als Video- oder Fotobrille haben will, ist die Qualität nicht besonders gut. Konkurrenzprodukte von Meta und Rokid sind hier auf jeden Fall deutlich voraus.
Fazit
Für mich ist die Mingtawn AI-Brille auf jeden Fall eine der absolut schlechtesten im Moment. Auch für 169 € würde ich die nicht unbedingt empfehlen. Da sollte man vielleicht doch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen.
